Die traurige Geschichte von Robert Dziekanski

Diese Geschichte ist bereits über 3 Jahre alt. Ich bin gestern durch zufall darauf gestoßen und finde das sie auch in meinen Blog gehört, auch wenn Herr Dziekanski kein Weltreisender war. Sondern einfach ein Mensch der in einem anderen Land ein neues Leben beginnen wollte. Und damit hat er mit uns Reisenden ja auch etwas gemeinsam, nämlich Weltoffenheit und viel Mut. Doch seine Geschichte nimmt leider ein dramatisches Ende.

Aber fangen wir von vorn an.

Robert Dziekanski ist ein 41 Jahre alter Polnischer Staatsbürger. Seine Mutter lebt jedoch in Kamploops in Kanada. Er hat nun beschlossen sein Leben in Polen aufzugeben und zu seiner Mutter nach Kanada zu folgen.
Sie kaufte ihm ein Ticket für den 14 Oktober 2007 von Frankfurt nach Vancouver. Und buchte ihm dann noch ein Busticket von Vancover nach Kamploops, damit Sie ihm die wunderschöne Lanfschaft Kanadas zeigen kann.

Zofia Dziekanski erklärte ihrem Sohn, der kein Wort Englisch sprach, was er nach der Landung tun sollte und wo er auf sie warten sollte. Der Plan war einfach. Er sollte einfach bei der Gepäckausgabe auf sie warten.

Herr Dziekanski hörte einen Tag vor dem Flug sogar extra mit dem Rauchen auf. Es war sein erster Flug und er hatte große Angst vor seinem ersten Flug. Wenngleich er auch sehr aufgeregt und voller Vorfreude auf sein neues Leben war.

Und so bestieg er am 14 Oktober 2007 den Condor-Flug 6070 von Frankfurt nach Vancouver.
Er landete um 16 Uhr, mit 2 Stunden Verspätung, aber sicher, in Vancouver. Nach der Landung begab er sich, wie alle anderen Passagiere, zur Gepäckausgabe und nahm sein Gepäck in empfang… und wartete auf seine Mutter.

Was sie jedoch nicht wusste war, dass dieser Bereich nach dem 9. September 2001 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich war.
Sie musste außerhalb des Bereiches auf ihren Sohn warten, der aber einfach nicht kam. Denn er hatte die Anweisung drinnen zu warten.

Nachdem Frau Dziekanski mehrfach das Flughafenpersonal nach ihrem Sohn befragt hatte, wurde ihr schlussendlich gesagt das er nicht mit in der Maschine war. Nach über 9 Stunden vergeblichem warten beschloss sie wieder mit dem Bus nach Hause zu fahren.

Was sich jedoch im Terminal abspielte ist noch viel schlimmer.

Herr Dziekanski, der kein Wort Englisch spricht, wartet ebenfalls vergeblich auf seine Mutter. Ich vermute das er diesen Bereich nicht verlässt da er nicht kommunizieren kann, die Schilder nicht lesen kann und einfach Angst hat sich hier zu verlaufen und seine Mutter zu verpassen, die vielleicht einfach nur ein bisschen verspätet ist. Denn die Anweisungen waren ja klar, genau da warten.

Und so wartet er. 10 ganze Stunden wartet er vergeblich auf seine Mutter. Dann das Drama. Er wird unruhig und versucht auf sich aufmerksam zu machen. Jedoch spricht niemand Polnisch. Die anderen Passagiere versuchen ihn zu beruhigen und mit ihm zu sprechen. Aber es geht nicht. Sie verstehen einander nicht. Die Passagiere vermuten das er Russisch spricht.

Ein Passagier zückt seine Kamera und beginnt das Szenario zu filmen (Video ganz unten im Artikel). Die letzen 10 Minuten von Herrn Dziekanski…

Dieser ist müde und geschafft. Wird aber auch immer unruhiger, verwirrter und fängt auch Möbel durch die Gegend zu werfen. Man hört ihn klar „Hilfe!“ schreien, auf Polnisch. Was keiner verstand.
Alle weiteren Versuche den Mann zu beruhigen scheitern.

Dann erscheint die Polizei (RMPC) auf der Bildfläche, um den Mann zu beruhigen und die Situation zu klären. Was genau im Terminal nun passiert ist schlecht zu sehen auf dem Video.
Sie gehen auf ihn zu und versuchen ein paar Worte mit ihm zu wechseln, vorab gewarnt das der Mann „No English“ (Kein Englisch) spricht.
Definitiv ist das 45 Sekunden nach dem Eintreffen der Polizei der erste Teaser (Elektro-Schocker) zum Einsatz kommt. Nach dem  zweiten geht Herr Dziekanski zu Boden und windet sich vor Schmerzen.

Damit nicht genug. Alle 4 Polizisten werfen sich auf den Mann am Boden und versuchen ihm Handschellen anzulegen.
Ein Polizist legt dabei sein Knie auf Herrn Dziekanski‘s Kopf, um ihn so auf den Boden zu drücken.

Das Video zeigt deutlich das keine Alternativen Maßnahmen versucht wurden, um Herrn Dziekanski zu beruhigen, mit ihm in einen normalen Kontakt zu treten oder auch ihn zu fesseln. Der Teaser war die einzige Alternative die die Polizisten in Betracht gezogen haben.

Und das traurigste von allem. Das Video zeigt deutlich das, nachdem der arme Mann bewusstlos am Boden lag, keiner der Polizisten auch nur versucht hat den Mann wiederzubeleben. Sie gaben per Funk einfach einen „Code Red“ durch und warteten auf den Rettungswagen.

Als dieser eintraf konnte nur noch der Tod von Herrn Robert Dziekanski feststellen. Einem Mann der sein Leben in Polen aufgegeben hat um ein neues im schönen Kanada anzufangen.

Seine Mutter wurde, bereits auf dem Heimweg, darüber Informiert das ihr Sohn in Vancouver sei und sie doch bitte zurück kommen sollte. Jedoch kein Wort über den Zustand ihres Sohnes. Erst nach ihrer Rückkehr zum Flughafen wurde ihr mitgeteilt das ihr Sohn tot sei…

Das Video wurde später von der Polizei beschlagnahmt und konnte erst durch einen Anwalt wieder zurückerhalten werden. Zum Glück mit voll intaktem Video.

Untersuchungen zeigten das Herr Dziekanski unter einem schweren Herzfehler litt. Wobei ich nicht ganz verstand ob er ihn vorher schon hatte oder dieser erst durch die Elektroschocker aufgetreten ist.

Zeugen haben angegeben das der Einsatz der Elektroschocker absolut nicht notwendig war. Der Mann war einfach nur verwirrt, müde und fühlte sich Hilflos. Desweiteren war er allein, die Polizisten zu viert.

So endete das neue Leben von Robert Dziekanski bereits nach wenigen Stunden. Noch bevor er das neue Land überhaupt betreten konnte.

Dieser Artikel ist eine Freestyle Übersetzung von http://www.2solitudes.com/articles/46/1/Tasered-to-Death-by-the-RCMP—The-Story-of-Robert-Dziekanski.html

Dieser Beitrag wurde unter Geschichten von anderen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Abonniere meinen Weltreise Newsletter und erhalte automatisch eine Nachricht wenn ich etwas neues geschrieben habe. Zur Newsletter-Anmeldung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>